Winterurlaub am Mittelmeer – eine Ermunterung

So schön kann der Mittelmeerwinter sein: Cappuccino am einsamen Strand…

 

Für viele ist das Mittelmeer im Winter in keinster Weise interessant. Zieht es sie doch entweder zum Wintersporteln auf die mehr oder weniger schneebedeckten Berge oder gleich weit weg, Richtung Asien, Mittelamerika oder auf die andere Seite der Welt, um dem Sommer nachzureisen.

Doch andererseits gibt es oft diese unglaublich günstigen Angebote, Pauschal oder nur Flüge im Winter in den Mittelmeerraum und die Überlegung es doch einmal auszuprobieren, wird dann wieder greifbarer. Auf was muss man sich nun gefasst machen und ist ein Mittelmeerurlaub im Winter überhaupt die Reise wert? Hier der Versuch einer Antwort.

Die gute Nachricht ist, das wärmere Wetter als in Mitteleuropa. Mit ein bisschen Glück Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad. In der Nacht erreichen die Temperaturen nur in Ausnahmefällen den Gefrierpunkt. Baden ist dann nur was für wirklich Hartgesottene, aber den Tag draußen zu verbringen, Lesen, Spaziergänge oder Sehenswürdigkeiten besichtigen geht dann wunderbar. Ganz zu schweigen von der unglaublichen Ruhe im Vergleich zu anderen Jahreszeiten.

… blühende Wiesen …

 

Mit ein bisschen Pech, kann es jedoch auch passieren, dass es mehrere Tage hintereinander in Strömen womöglich mit starkem Wind regnet. Da die meisten Häuser einfach nicht für Kälte und Nässe gebaut sind, kann dies ungemütlich werden.

Wettermäßig ist also alles drinnen. Von tagelangen Sonnenschein bei Temperaturen über 20 Grad bis hin zu mehrtägigen Regenschauern und starkem Wind.

Das Beste am milden Winter ist die blühende Natur. Die Landschaften sind grün – voll mit Blumen, eine Farbenpracht, die man sonst nicht sieht, die Luft ist klarer und die Fernsichten oft atemberaubend. Zum Besichtigen von Attraktionen ist es eine tolle Zeit, wann kann man schon Ausgrabungsstätten und sonstige Attraktionen fast für sich alleine haben? Auch zum Wandern geht es sehr gut, allerdings aufgrund der schneebedeckten Berge nur in niedrigeren Lagen.

 

Tipps

  • Weit genug in den Süden fahren damit es nicht zu kalt wird. Als Faustregel würde ich sagen nicht nördlicher als Rom.
  • Am Kältesten ist es üblicherweise von Mitte Dezember bis Ende Jänner. Das ist auch die regenintensivste Zeit. Nordafrika bietet sich in diesem Zeitraum besonders an.

… und ein Feuerchen zum Wärmen.

 

  • Unbedingt warme Sachen, Fleece, gute Regenjacke und feste Schuhe mitnehmen.
  • Eine Unterkunft mit beheizten Zimmern suchen. Oft wird das die Klimaanlage sein aber Hauptsache warm in der Nacht.
  • Gibt es in der Unterkunft auch einen angenehmen Gemeinschaftsbereich zum Sitzen, plaudern, lesen und Abend ein Bierchen trinken? Besonders schön und heimelig ist ein offenes Feuer am Abend.

Mein Fazit: Wer den Urlaub in erster Linie (sonnen)badend am Strand verbringen will, sollte besser in wärmere Gefilde fahren. Für alle anderen ist es jedenfalls eine Überlegung wert.

 

Arbeiten im Hotel (4) – und warum ich dann doch gegangen bin

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, im nächsten Leben, würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen. Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen (Jorge Luis Borges)

In den bisherigen Teilen dieser Artikelserie habe ich die Höhepukte meiner Arbeit beschrieben, mir über die Freude am Arbeiten Gedanken gemacht und Überlegungen zum Zusammenhang zwischen der Arbeit im Hotel und der türkischen Familie veröffentlicht. Zum (zumindest vorläufigen) Abschluss möchte ich kurz darstellen, warum ich dann im Endeffekt die Arbeit früher als geplant beendet habe.

Das Glück und die Zufriedenheit der Gäste ist für mich das wichtigste Kriterium bei einer derartigen Arbeit. Auch wenn es hinter den Kulissen turbulent zugeht oder Konflikte zutage treten, gilt es, den Gästen davon nichts zu zeigen. Dies ist normal und mir auch aus dem Konferenzmanagement-Alltag der letzten Jahre durchaus bekannt. Je mehr Konflikte und Schwierigkeiten es hinter den Kulissen gibt, desto mehr Energie erfordert es, diese vor den Gästen abzuschirmen, und – was eigentlich noch viel gravierender ist – irgendwann wird das Verhalten gegenüber den Gästen nicht mehr authentisch, sondern aufgesetzt. Das berühmte Lächeln, welches gar nicht so gemeint ist. Dies merken dann auch immer mehr Leute.

Ich habe irgendwann für mich festgestellt, dass ich die Grundeinstellung, die ich eigentlich gegenüber den Gästen hatte, immer weniger glaubwürdig nach außen tragen konnte. Zu sehr war ich belastet durch das “Hintergrundrauschen”, während ich gleichzeitig im Rahmen der Burn-Out Prävention dazu ermutigte, einen zufriedenstellenden und ehrlichen Zugang zur Arbeit zu finden.

Und so habe ich mich Mitte September schweren Herzens entschlossen, mit der Arbeit aufzuhören. Hilfreich dabei war sicherlich, dass ich im Haus einer lieben Arbeitskollegin und Freundin unterkommen konnte, so dass ich nicht gleich das Land verlassen musste, welches ich trotz all seiner Widersprüche doch sehr liebgewonnen habe.

Insgesamt möchte ich diese Erfahrung jedoch keinesfalls missen. Ich hatte eine tolle Zeit mit wunderbaren Gästen und KollegInnen, an einem der schönsten Plätze der Welt. Ich habe in kurzer Zeit so viel erlebt und gelernt wie schon lange nicht mehr. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich rechtzeitig gegangen bin und somit eine positive Gesamtbilanz ziehen kann.

 

Arbeiten im Hotel (3) – Das Hotel und die türkische Familie – ein kleiner tourismussoziologischer Exkurs

Im ersten Teil dieser Artikelserie habe ich über die Höhepunkte meiner Tätigkeit im Hotel geschrieben, im zweiten Teil über die Freude am Arbeiten. Heute geht es weiter mit Überlegungen zur türkischen Familie und ihrer Bedeutung in der Hotellerie.

Das Hotel – als temporäres Zuhause – ist ein professionell geführter Haushalt, in dem die Gäste jeden Wunsch so schnell wie möglich erfüllt bekommen. In dieser einen Woche Urlaub, so der Wunsch von vielen, will man sich um nichts kümmern – keine Hausarbeit zu erledigen. Und in  einem Haus, in dem größtenteils alleinreisende Frauen Urlaub machen, hat dies noch einmal besondere Bedeutung.

Dementsprechend ist es auch kein Zufall, dass Hotels oft als Familienbetriebe geführt werden und kleine Häuser leben sehr oft von der familiären Atmosphäre. Auch ich habe oft von Gästen gehört, dass sie sich wie in einer Familie aufgehoben fühlten, und die durchaus beachtliche Anzahl an Wiederkommerinnen hat damit wohl  etwas zu tun, und auch von Seiten des Managements wurde das Bild der Familie als Gastgeber durchaus gepflegt.

Die meisten Hotel- und Restaurantbesitzer sowie ihre Familie und Angestellten (wobei die Grenze hier oft fließend ist) verbringen zumindestens sechs, oft sieben Tage in der Woche in ihrem Unternehmen. Das heißt nicht, dass immer was zu tun ist. Aber die Anwesenheit ist wichtig – und eine Art Rufbereitschaft – denn, immer wenn etwas anfällt, muss man springen.  Und so gehen Arbeitszeit und Freizeit ineinander über. Für die Gäste ist das eine angenehme Sache. Nicht nur dass immer jemand da ist, nein, man muss sich nicht mit vielen verschiedenen Gesichtern rumschlagen, sondern hat seine fast fixen Ansprechpartner und fühlt sich oft auch in die “Familie” eingebunden.

Für mich war es nie einfach, Freizeit in der Hotelanlage oder mit den Hotelgästen bei Ausflügen zu verbringen. Irgendwie ist der Gästeradar immer an – eine Art dauerndes Screening, ob jemand was braucht oder ob man jemanden helfen kann. Weder Urlaub noch Arbeit – jedenfalls jedoch Aufmerksamkeit. Und selbst wenn ich den Radar mal “aus” hatte, für die Gäste war ich dann trotzdem noch Ansprechpartnerin und ihnen zu erklären, dass ich gerade nicht zuständig bin und sie sich bitte an jemanden anderen wenden sollen, fand ich dann auch nicht so berauschend – weil ich niemanden warten oder nach jemand Zuständigen suchen lassen wollte.

Diese Erfahrung von “Familie” als Unternehmensform war für mich trotz seiner Schattenseiten ein bereicherndes und wertvolles Erlebnis. Warum ich dann doch frühzeitig gegangen bin, folgt im nächsten und letzten Teil dieser kleinen Serie.

Viel Fliegen – Abschiede und neue Ufer

Blick zurück – Türkei unter Wolken …

 

Manchmal reise ich nicht langsam sondern richtig schnell – quasi im Warp Antrieb. So zum Beispiel die letzten Tage. Nach über fünf Monaten in der Türkei bin ich am Samstag wohlbehalten bei Nieselregen und nur wenigen Graden über den Gefrierpunkt in Wien angekommen.

Am Tag darauf  zu nachtschlafener Zeit in den Flieger gestiegen und nach Spanien gedüst. Dort werde ich ab Ende Jänner für mindestens zwei Monate ein wunderschönes Haus mit großen Garten hüten. Einen Tag später war ich schon wieder zurück in Wien. Und heute geht es gleich weiter nach Salzburg – wieder nur für zwei Tage.

… und nach vorne – Spanien ich komme (bald)

 

Jetzt bin ich müde. Sitze im nasskalten Wien und versuche die vielen Flüge und Eindrücke der letzten Tage zu verarbeiten,vermisse jetzt schon die Türkei und versuche, die Energie zu finden, um alles zu erledigen, was gerade so ansteht.

Das nächste Monat ist für mich eine Zeit des Überganges. Ich werde meine Wohnung in Salzburg endgültig auflösen (weil zu teuer, wenn ich sie nur wenige Wochen im Jahr benütze), und mir in Wien einen kleinen Stützpunkt aufbauen, wo ich zwischen meinen Reisen kurz anhalten und umpacken kann.

Bei all dem Trubel und Änderungen freue ich mich aber auch nach einigen Jahren Weihnachten und Silvester wieder mal in Wien bei Familie und Freundinnen zu verbringen, auch wenn mir das nasskalte Wetter ziemlich zusetzt. Und demnächst geht es hier wieder weiter mit Berichten aus der Türkei und von anderswo.

Winter an der lykischen Küste

Große Schiffe und wilde Lichtspiele – Winter am Meer

 

Kış geldi – der Winter ist gekommen. Hört man allerorts. Der letzte Regen war so richtig stark – und danach sind die Temperaturen wieder ein paar Grad gefallen.

Jetzt stellen auch die Hartgesottensten ihre Öfen an und in vielen Geschäften sind kleine Heizstrahler zu sehen, deren Wirksamkeit sich bezweifeln lässt. Gummstiefeln werden zu einem wichtigen Utensil, kleinere Überschwemmungen allerorts.

Auch das Waldhäuschen, in dem ich mich niedergelassen habe, ist davon betroffen.Auf einmal floss da ein kleiner Bach durch – den die junge Katze mit großer Verwunderung begutachten musste.

Oft ist es kalt und windig – und ich will gar nicht so viel rausgehen. Wenn aber dann die Sonne ein bisschen hervorkriecht gibt es grandiose Licht-und Wolkenspiele und die Fernsicht ist atemberaubend. Das Meer ist wild mit hohen Wellen und plötzlich gibt es in allen Buchten große Schiffe zu sehen, die hier “parken” bis sich Wind und Wetter ein bisschen legen.

 

Arbeiten im Hotel (2) – Kolay Gelsin – die Freude am Arbeiten

“Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten “ Aristoteles

 

Im Auftakt meiner Artikelserie über meine Zeit in einem kleinen türkischen Hotel habe ich meine persönlichen Highlights in dieser Zeit beschrieben. Heute geht es um die Grundhaltung, die ich versucht habe in meine tägliche Arbeit zu integrieren.

 

Meine liebe Arbeitskollegin D. hat mir gleich zu Beginn einen türkischen Wunsch erklärt. Kolay Gelsin – wörtlich übersetzt “Möge es leicht kommen”. Im Alltag ist dies etwa mit “Frohes Schaffen” gleichzusetzen. Mich hat dieser Spruch jedoch angeregt die Arbeit leicht kommen zu lassen. Neben Freude an der Arbeit bedeutet dies für mich auch, in einen gewissen Arbeitsfluss zu kommen, wo eine Tätigkeit nahtlos und logisch in die nächste übergeht.

 

Und es gab sie, die vielen schönen Momente, nicht nur auf den Aktivitäten, die ich begleiten durfte, sondern auch im Hotel an der Rezeption, wo einfach eine gute Stimmung da war. Und sogar bei nicht so tollen Tätigkeiten – wie z.B. dem Erstellen der Transfer- oder Putzlisten, kam ich oft durchaus in einen gewissen Fluss. Wollte ich doch auch, dass alle Gäste zum richtigen Zeitpunkt abgeholt wurden und ihre Zimmer rechtzeitig fertig waren. Der Gedanke an das Ergebnis kann also auch für durchaus freudige Momente sorgen.

Die Fähigkeit in der Arbeit – und hier vor allem im Dienstleistungsbereich, und im Tourismus schon überhaupt – Freude zu entwickeln, ist – so glaube ich – eine “Klappe”, die einige Fliegen gleichzeitig schlägt. Erstens geht es einem natürlich selber besser und dadurch wirkt man zweitens den Gästen gegenüber glaubwürdiger. Wenn ich zur Arbeit gehe und mich wirklich gerne um meine Gäste kümmere, wird das Ergebnis auch besser sein. Und das macht drittens die Gäste dann zufriedener und darum geht es ja im Endeffekt. Der Kreis schließt sich dann damit, dass zufriedene Gäste positive Rückmeldungen geben, und nicht nur die Angestellten glücklich sind, sondern auch das Management, weil Stammgäste gutes Geld mit wenig Marketingaufwand bringen.

Oft ist mir dies gut gelungen, und die Rückmeldungen der Gäste und der KollegInnen haben mich darin bestätigt. Leider gab es im Hotel neben all der guten Stimmung , nicht nur meiner Wahrnehmung nach,  auch eine Kultur des Meckern und Jammerns, geprägt von geringer Wertschätzung und zahlreichen Konflikten. Dieses vor den Gästen abzuschirmen, kann ein enormer Mehraufwand sein, und das hat mich auch dazu gebracht vorzeitig zu gehen (doch dazu in einem späteren Artikel mehr).

Den Gedanken bei der Arbeit diesem Fluss und dieser Freude ein stärkeres Augenmerk zu widmen, nehme ich jedenfalls mit. Und für mich verbindet sich diese Idee auch mit einer Aussage aus der Bhagavagita, in der es sinngemäß heißt, dass man die Arbeit verrichten soll, sich aber nicht an deren Früchten binden soll. Dies könnte man ja so interpretieren, dass die Aktivität an sich den Wert darstellt und mit entsprechender Hingabe getan werden soll. Aber darüber werde ich dann in Ruhe auf der nächsten Station meiner Reise nachdenken – wenn ich nach Spanien fahre und mich dort dann wieder ein bisschen in meine Studien vertiefen will.

Im nächsten Teil dieser Artikelserie geht es dann weiter mit Überlegungen zum Thema Hotel und Familie. Bald.

Teil 3: Das Hotel und die türkische Familie

Im Hotel arbeiten (1) – die Höhepunkte

Küstenwanderung – der erste Höhepunkt – Sonnenaufgang in der Bucht von Adrasan

So viele Jahre war ich rund um das große Thema Tourismus tätig – in der angewandten Forschung, als Projektmanagerin für Bildungs-, PR- und Regionalentwicklungsprojekte rund um das Themenfeld sozial- und umweltverträglicher Tourismus und schlussendlich als Eventmanagerin für eine große europäische Konferenz. Parallel dazu immer viel auf Reisen und überall die “Brille” der Touristikerin aufgesetzt – also immer einen professionellen Blick. Und doch die ganzen Jahre – habe ich Hotels immer nur als Gast gesehen und nie von innen, von der Seite derjenigen, die in einem Hotel arbeiten. Als ich letztes Frühjahr die Gelegenheit bekam, in einem kleinen Hotel an der lykischen Küste (Türkei) in der Gästebetreuung mitzuarbeiten, konnte ich gar nicht anders als zuzusagen.

Schlussendlich habe ich dann drei Monate im Hotel gearbeitet und dabei eine unglaubliche Anzahl an Erfahrungen gesammelt. Eine kleine Auswahl davon möchte ich in einer kleinen Artikelserie vorstellen. Und der Anfang – was könnte besser geeignet sein – sind meine persönlichen Highlights.

So viele nette Gäste

Das Allerbeste an der Arbeit war der direkte Kontakt zu Gästen, größtenteils angenehmen und gescheiten Gästen. Viel mehr Frauen als Männer, die mit einem gemeinsamen Wunsch gekommen sind: Einmal für ein paar Tage nur entspannen. Es war immer wieder eine Freude mitanzusehen, wie die Gäste  von Tag zu Tag mehr  loslassen,  das Yoga, das Meer, die Natur, aber auch den Kontakt zu Mitreisenden als Quelle der Entspannung und Inspiration entdecken. Viele weinten beim Abschied und erzählten, sie hätten sich noch nie so schnell und so gut entspannt.

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Küstenwanderung – später nur mehr sitzen und schauen…

 

Erste Gehversuche in der Burn-Out Prävention

Ich hatte auch die Gelegenheit, erste Schritte im Bereich Burn-Out Prävention zu setzen. Einmal pro Woche gab es eine Inforunde und bei Interesse noch eine weitere Einheit. Die Rückmeldungen waren super positiv und haben mich sehr bestärkt in dieser Richtung weiterzuarbeiten. Gleichzeitig sehe ich aber auch die Schwierigkeit, sich im Urlaub mit so einem sperrigen Thema wie Burn-Out Prävention zu beschäftigen. Viele Gäste haben mich fast entschuldigend angesprochen mit dem Hinweis, dass sie eigentlich dringend Input in diesem Bereich benötigen, sich aber nicht dazu aufraffen könnten, und in dieser einen mühsam abgerungenen Woche eigentlich nur entspannen und sich nicht mit Problemen beschäftigen wollen. Dafür hatte ich natürlich auch volles Verständnis.

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Schauen… auf Meer und mehr

 

Einmal pro Woche – Küstenwanderung (inklusive Sonnenaufgang)

Und dann durfte ich auch noch einen der wöchentlichen Ausflüge führen – und das war eine besondere Freude. Eine Morgenwanderung, zuerst zum Sonnenaufgang am Strand und dann der Küste entlang bis zu dem Punkt, wo man einen kleinen Leuchtturm sieht und ganz viel Meer. Im Laufe der Zeit habe ich diese  adaptiert und eine Fotowanderung daraus gemacht. Mit Inputs zur Bildgestaltung, ab. er auch gewürzt mit  Nachdenkereien über Fotografie. Das Glänzen in den Augen der TeilnehmerInnen nach diesen Wanderungen entlang eines wirklich traumhaften Küstenstreifens wird mich noch länger begleiten.

Ja – ich habe schon tolle Erfahrungen gemacht. Das Arbeiten im Hotel brachte für mich jedoch auch eine Reihe von neuen Erkenntnissen – doch dazu das nächste Mal mehr.

 

Ein ehemaliges Restaurant am Straßenrand – Ulupinar

Ulupinar ist ein kleines Dorf an der Küstenstraße südlich von Antalya welches in erster Linie für seine Forellenrestaurants bekannt ist. Ganze Busse kommen hier in den heißen Sommermonaten her –  im Schatten des Waldes und mit der kühlen Luft der wassereichen Bäche ist es wohl einer der besten Orte, um sich in der glühenden Sommerhitze ein bisschen abzukühlen.

Die meisten Restaurants sind riesig, und auf große Buspartien ausgerichtet, die aus den naheliegenden Urlaubsorten Kemer, Camyuva und Tekirova raufgekarrt werden. In manchen können sogar die Forellen zum großen Gaudium der Touristen selber aus dem Bach gefischt werden.

Als wir vor kurzem mit dem Auto durch den Ort gefahren sind, ist mir jedoch ein richtig hübsches Häuschen aufgefallen – ein schon länger geschlossenes Restaurant. Wirklich schade drum – ein schöner schattiger Garten, dazu das Steinhaus mit Kamin und Holzfenstern – so verrottet es jetzt vor sich hin. Als Fotomotiv ist es natürlich schön so – seht selbst.

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Arykanda – eine lykische Stadt in den Bergen

“Die Bewohner von Arykanda müssen glückliche Menschen gewesen sein”, schießt es mir durch den Kopf, während ich in Arykanda hoch oben am Berg im alten Amphietheater stehe und die Aussicht bewundere. Ich stelle mir vor, wie die Theaterbesucher vor über 2000 Jahren nicht wussten, ob sie sich das Schauspiel oder die Aussicht anschauen wollen – bzw. in der Nacht den Sternenhimmel.

 

Auch sonst zeugen die verbliebenen Ruinen der lykischen Stadt nicht gerade von Armut. Bürgerhäuser, eine politische und eine Handelsagora, Thermen, Bäder, ein Stadion . Die Bewohner von Arykanda sollen aber auch verschwendungssüchtig gewesen sein, konnten die Stadtkasse aber wohl durch Handelseinnahmen dann doch wieder füllen.

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Viel ist nicht übrigeblieben und einiges lässt sich nur erahnen,  und doch – oder vielleicht auch deshalb – strahlt der Ort eine ganz eigene Magie aus. Die Ruinen sehr malerisch, umgeben und durchwachsen von Bäumen und Sträuchern,  auf einen sonnigen Westhang in luftiger Höhe kurz vor Elmali wo sich die Häuser den Hang entlang nach oben schmiegen. Die Aussichten atemberaubend – am besten jedoch vom Theater (siehe oben).

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Interessant auch welche Gebäude sich ganz oben am Hang befinden. Nicht nur das schon erwähnte Amphietheater, auch die Shoppingmeile, zwölf quadratische angelegte Geschäfte an einen schönem Platz mit – natürlich – auch einer herrlichen Aussicht. Warum aber die Geschäfte ganz oben sind erschließt sich mir nicht ganz, ist es doch mühsamer alle Waren bei der Anlieferung zuerst ganz rauf zu bringen. Andererseits ist gleich neben den Geschäften das Rathaus (die alten Griechen sagten dazu  Bouleiterion) – ist dann natürlich auch praktisch für die Geschäftsleute, wenn sie gleich nach Ladenschluss nur zweimal Umfallen müssen, um in den Gemeinderat zu kommen.

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Mehrere Stunden verbringen wir an einem Novembertag in der Anlage und wandeln durch die Zeit – nichts stört die Ruhe und ich fotografiere mit Freude und Leidenschaft vor mich hin…als ich plötzlich drei Soldaten in voller Montur und mit Gewehren auf den Sitzreihen des Theaters sehe. Kurz rutscht mir das Herz in die Hose und ich packe mal sicherheitshalber die Kamera zur Seite. Sie wollen aber wohl auch nur eine kurze Pause machen und die Aussicht genießen und sind auch nur wenige Minuten später wieder weg. Dann gibt es wieder Ruhe und diese einzigartige Athmosphäre – die mich noch lange nicht loslassen wird.

Tipps
  • Genug Zeit einplanen. Gerade hier wäre es schade, nur die zahlreichen Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Die Aussicht und die verwunschene Anlage bieten sich gerade zu an, einfach einmal der Nase zu folgen und auch einmal ein längeres Päuschen einzulegen.
  • Tageszeit: Gerade zur heißen Jahreszeit (also ca. Mitte Juni bis Mitte September) sollte die Mittagszeit umgangen werden. Viel zu heiß und auch die Fotos werden dann nicht zu schön. Am besten am späten Nachmittag kommen und sich am Abendlicht erfreuen.
  • Ausrüstung: ein bisschen festere Schuhe (z.B Trekkingsandalen) erhöhen den Spaßfaktor beim Herumklettern und Streunen erheblich. Wasser und etwas zum Knabbern ebenso.
  • Ich sage es nur ungern, aber Lykien ist generell am besten mit dem Auto zu erkunden. Laut meinen Informationen gibt es jedoch eine Dolmusverbindung von Finike und Kumluca (Dolmus nach Elmali). Von der Abzweigung nach Arykanda sind es dann nur mehr weniger hundert Meter zu den Ausgrabungen. Es gibt übrigens auch eine Pension bei dieser Abzweigung, die von außen sehr charmant ausschaut.
  • Und last but not least: Der kleine Wasserfall fast direkt an der Straße, nur wenige Meter nach der Abzweigung zu Arykanda. Hier gibt es nicht nur Unmengen an gut schmeckenden Quellwasser (Flaschen mitnehmen!), sondern auch eine kleine Lokanta mit leckeren Essen, frisch gegrillter Mais zum mitnehmen, und ein kleiner Bazar mit den wohlschmeckenden Elmaliäfpfeln  – Nicht versäumen.

Und hier noch eine kleine Diaschau mit einigen weiteren Bildern. Enjoy!

Herbst an der lykischen Küste

Die Wörter für Frühling und Herbst sind im Türkischen sehr ähnlich. Der Frühling im zweiten Jahresviertel von März bis Juni heißt Ilk bahar – übersetzt der erste Frühling. Wenn bei uns in Europa Herbst ist, ist in der Türkei Son Bahar – der spätere Frühling. Und es ist tatsächlich so – wo über die Sommermonate die Landschaft immer trockener wurde, das Gras und die Blumen langsam verschwanden – blüht und gedeiht nun alles wieder. Grüne  Matten legen sich über die langsam feuchter werdenden Böden, und allerlei Herbstblumen machen die Landschaft wieder bunt.

 

Gleichzeitig werden die Tage immer kürzer, die Nächte frischer und immer wieder gießt es für ein paar Tage in Strömen. In dem,  kleinen Holzhäuschen, in dem ich wohne, machen wir uns langsam winterfest. Holz ist geliefert worden, die dünnen Holzwände mit Teppichen verdeckt sowie Dächer und offene Terassen mit Folie abgedeckt. Und ich bin umgezogen – vom luftigen Baumhäuschen in der Höhe bin ich nun in eine erdnähere und besser isolierte Holzhütte umgesiedelt – was die Stabilität meiner Körperwärme beträchtlich verbessert.  Das war auch notwendig, habe ich doch gar nicht realisiert, dass ich mich da oben sehr verfroren habe. Nun wohne ich nicht nur wärmer sondern auch eine Spur trockener.

 

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Das Innenleben meiner kleinen Hütte

 

Ja, ich habe die Kälte unterschätzt. Klingt vielleicht eigenartig, weil ja die Temperaturen eindeutig höher sind als in Mitteleuropa.  Der Unterschied ist wohl auch die Stärke der Sonne – wenn sie dann scheint. Dann strömen die wenigen verbliebenen Gäste und viele Einheimische hinaus an den Strand oder in die Berge und suchen sie geradezu – ganz im Gegenteil zum Sommer. Eine Art innerliches Aufwärmen bevor gegen 16:00 Schatten und die Kälte kommen.  Näher an der Natur zu leben, heißt auch, der Kälte mehr ausgesetzt zu sein. Die Wärme empfinde ich dafür als umso wohltuender – sei es an schönen Lagerfeuern, oder an den großartigen Kaminkonstruktionen in den noch geöffneten Restaurants wo sich abends immer eine Runde an Menschen versammelt und sich am Feuer wärmt.

 

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Nachmittägliche Lichtspiele am Strand von Cirali

 

Mein (vorerst) letztes Monat in der Türkei bricht an und ich freue mich genauso auf weitere Spaziergänge am Meer oder in den Bergen, die gerade beginnende Mandarinen und Orangensaison (eine Geschmacksexplosion – ich glaube ich bin für immer verdorben für in Österreich gekaufte Zitrusfrüchte) sowie auf gemütliche Suppenkochabende am warmen Ofen, der mit dicken Holzstücken gefüttert wird. Und die Kälte – ja, die muss man jeden Tag mit einem Stück Bewegung austricksen….
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