Housesitten in Spanien … und Abschied von Wien

So jetzt bin ich also endlich angekommen in Spanien – nachdem mein Körper schon seit zehn Tagen hier weilt, ist der Rest nun auch endlich da. In einem schönen alten Haus, umgeben von einem Mittelmeergarten vom Feinsten, mit Blick aufs Meer – ein Pool ist auch dabei, aber mehr als meine Zehenspitzen hat das Wasser noch nicht zu sehen bekommen.

Es ist ein großes und schönes Anwesen, und ich verlasse es derzeit nur wenig – zum Einkaufen und um das Meer aus der Nähe zu sehen – aber eigentlich bin ich hier, genieße es soviel Zeit an der frischen Luft und in der Sonne zu verbringen und finde einen guten Rythmus aus Garten pflegen und Hausarbeit, Katze hüten,  Lesen, Yoga, Computer, Filme schauen, gutes Essen.

In den kommenden zwei Monaten möchte ich hier im wunderbaren Mittelmeerwinter und beginnenden Frühling mein Repertoire rund um das Thema Yoga und Burn-Out erweitern. Ich übe und lese viel, entwickle Sequenzen und einiges mehr.

Das tut mir auch gut, da ich den letzten Wochen in Österreich doch sehr beschäftigt war. Der Umzug meiner Sachen von Salzburg nach Wien in einer Hauruck Aktion (zwei Tage einpacken, ein Tag Umsiedeln, zwei Tage einräumen) ist nicht ganz spurlos an mir vorübergegangen. Und dann war ich mir auch plötzlich nicht mehr so sicher, ob es die richtige Entscheidung war, meinen Platz im schönen Salzburg zu räumen. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass Wien im Jänner nicht gerade berauschend ist. Zu grau, zu dunkel – eine Zeit wo einzelne Sonnenstrahlen zu Jubelmeldungen veranlassen können. Es heißt ja auch, dass es kein Zufall war, dass die Psychoanalyse in Wien erfunden worden ist – aber ich schweife wieder einmal ab.

Egal – die Wohnung in Wien ist fast fertig, hübsch eingerichtet und ich kann mich jetzt hier in aller Ruhe der schönen Umgebung und meinen Projekten widmen. Watch out!

Bunter Wienspaziergang am Donaukanal

Bunte Graffitis am Donaukanal

Ich bin gerade in Wien und naja über Wien könnte ich viel erzählen, habe ich doch einen großteil meines Lebens hier verbracht. Andererseits habe ich in den letzten zehn Jahren immer versucht der Stadt mal kürzer mal länger zu entkommen. Wohl auch, weil mich mit Wien eine Hassliebe verbindet  – wobei der Zuneigungsgrad einem jahreszeitlichen Wandel unterworfen ist.  Und jetzt mache ich genau das was mir eigentlich gar nicht liegt. Ich verbringe im Winter mehrere Wochen hier. Eine Zeit, in der ich diese Stadt einfach nicht mag.

Viel zu hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein wochenlanger Grauschleier über die Stadt schiebt. Weit und breit keine Sonne zu sehen und auch kein Himmel – alles ein einziges Grau. Diesem etwas Farbe entgegenzusetzen ist dann einfach wohltuend zum Beispiel mit einem Spaziergang am Donaukanal.
Rund um den Schottenring gibt es einiges zu sehen. Große bunte Graffitis teils legal teils illegal machen hier die Stadt um einiges bunter. Und gleich dahinter richtung Urania die Kunstmeile Agora – ein einzigartiges Kunstprojekt, welches nun schon seit 25 Jahren jeden Sommer in Wien stattfindet. Aber auch im Winter gibt es hier einiges zu sehen. Schau doch mal.

Bye Bye Getreidegasse (Salzburg) – Zimmer mit Aussicht

Nach sechs Monaten bin ich wieder für ein paar Tage in Salzburg – die Stadt wo ich die letzten fünf Jahre gewohnt habe, wenn ich nicht (wie fast das gesamte letzte Jahr) irgendwo unterwegs war. Jetzt nehme ich Abschied. In drei Wochen werde ich die Wohnung räumen, und ich stehe hier mit einer Mischung aus Wehmut und Erleichterung.

Ich habe sehr gerne hier gewohnt, andererseits lähmt mich auch die Gewohnheit hier (welche Wortspiel – besteht da etwa ein Zusammenhang). Ich schaue in der Wohnung herum oder gehe spazieren und kenne alles. Auch den Blick aus dem Fenster in der Wohnung mitten in der Altstadt. Da war auch mal die Idee eine Wäscheleine aufzuspannen – quer über die Getreidegasse – damit man sieht, dass hier doch noch ein paar Menschen wohnen. Nun das kann dann mein Nachfolger in der Wohnung machen.

Bis dahin werft doch mal einen Blick auf ein paar Bilder, aus dem Fenster fotografiert, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben.

 

 

Getreidegasse

Straßenmusik

 

Straßenaktion

Schottisch

Marionettenverkäuferin

Zum Image Österreichs

The image of Austria - mountains or traditions and music?

Österreich - Brauchtum und Landschaft?

 

Vor zwei Tagen war in den Nachrichten zu hören, dass Österreich sich jetzt mit Nationbranding beschäftigen will. Am Ende eines langen Prozesses, soll dann eine Art Marke Österreich gefunden werden. Ein ausführlicher Artikel dazu ist in der Presse von letztem Wochenende zu finden. Ich nehme dies zum Anlass, einen Artikel zum Image Österreichs, den ich 2010  geschrieben habe, zu recyclen.

Ich kenne es ja schon länger: All meine Gäste  aus Übersee, egal ob sie aus Amerika, Asien oder Australien kommen (nur Afrika hatte ich übrigens noch keine Couchsurfinggäste) – ihr Bild von Österreich gleicht sich sehr. Sound of Music, Mozart und Musik im Allgemeinen. Die meisten ahnen, dass diese Klischees so nicht stimmen können.  Manchmal begegnen mir aber auch Gäste, die das alles ein bisschen ernster nehmen.

Ich hatte einmal einen chinesischen Gast, die nicht nur vollkommen überrascht war, dass es sich um ein gebirgiges Land handelt (das ist doch die Schweiz!), sondern es mir nahezu nicht glauben wollte, dass nicht jeder Einheimische ein Instrument spielt und musikalisch ist. Mozart andererseits war auch für sie ein wichtiges Reisemotiv. Allerdings nicht seine Musik, sondern vielmehr sein tragisches Schicksal, waren für sie relevant. Meinem Hinweis, dass Mozart so arm nicht war, wollte sie nicht wirklich glauben, und einige gemeinsame Internetrecherchen später war sie sichtlich erschüttert, dass ihr Held, gar kein armer Schlucker war.

Ich nahm dies zum Anlass, ein paar Recherchen zum Image Österreichs durchzuführen.  Es gibt offensichtlich ein lange Tradition von Imagestudien , indem den Befragten aus einem bestimmten Land Bilder und sogenannte Wortreize vorgelegt werden, und diese müssen entweder Österreich, Deutschland oder der Schweiz zugeordnet werden.  Ein Beispiel für eine solche Studie (in diesem Fall Indonesien) findet sich hier. Bei all diesen Studien kommt am Ende offensichtlich ein ähnliches Ergebnis raus: Österreich ist das Land der Kultur, der Musik und des Brauchtums – die Schweiz steht für Berge und Schifahren und Deutschland steht für Fortschritt und Intelligenz.

Was fällt Besuchern der ITB zu Österreich ein?

Eine Befragung der Österreich Werbung auf der ITB (Internationale Tourismusbörse Berlin) führt da schon zu anderen Ergebnissen. Für das offensichtlich mehrheitlich deutschsprachige Publikum stehen neben Ahnungslosigkeit, auch noch Berge, Schifahren, Wien und die österreichische Gemütlichkeit. Auch wenn dies nur eine völlig unrepräsentative Befragung war, denke ich doch, dass der Grundtenor sehr stimmig ist.

Während in Europa also eher die Natur und die Gemütlichkeit das Image Österreichs prägen, stehen in Übersee kulturelle Aspekte wie Musik und Brauchtum vielmehr im Vordergrund. Diese Imagemessungen sind für die Tourismuswerbung durchaus relevant, werden doch genau diese Begriffe auf Klischees zugespitzt dann gezielt vermarktet. Hier zum Beispiel ein Spot der Österreich Werbung mit dem Titel “Charming Austria”, der sehr gezielt damit spielt und Österreich als Ort der Musik, des Brauchtums und des Feste feiern darstellt.

 

Rupertikirtag – Wenn Salzburg ländlich wird (Fotostory)

 

Am Rupertikirtag ist alles traditionell. Die Dirndldichte ist so hoch wie sonst nie,  das Essen ist typisch bajuwarisch deftig (kein so neumodisches Ethno Food, wie bei so vielen anderen Festen) und last but not least ist der Kirtag bekannt für die schönen altmodischen Schaustellerattraktionen – zum Beispiel ein Kettenkarussell aus dem Jahr 1848, welches nur mehr einmal im Jahr aufgestellt wird (siehe Foto oben).

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Salzburg -Bilder von der Couch (1)

Über couchsurfing habe ich regelmäßig Besucher in Salzburg. Oft disktuieren wir die wichtigsten Attraktionen in Salzburg oder die wichtigsten Gründe zu kommen. Viele Gäste bewegen sich entweder auf Mozarts Spuren oder suchen nach  den Drehorten des Filsm “Sound of Music”. Ich wollte noch mehr wissen, vor allem wie meine Besucher Salzburg erfahren. Aus diesem Grund habe ich ein Projekt angefangen.  Ich bitte alle meine Gäste mir ein paar Bilder zu schicken, die sie in Salburg geschossen haben, und mir diese in kurzen Absätzen zu beschreiben.

Den Anfang macht Jason aus Australien. Jason hat ein Jahr in London gelebt und war danach – vor seiner Rückkehr nach Australien-  fünf Monate in Europa unterwegs. Hier sind seine Fotos und Beschreibungen:

In einem der Räume auf der Festung sind Fenstergläser aus polarisierendem, rosa Plastik.  Ich weiß nicht warum aber die Stadt hat einen seltsamen dämmrigen Glanz, wenn sie durch diese Fenster fotografiert wird. Es ist nicht real aber interessant.

 

Der Fuschlsee und die umgebende Landschaft waren so schön, aber ich schien sie nicht mit der Kamera einfangen zu können. Dieses Bild kommt noch am Nähesten ran; die Berge, Wälder, Landschaft und See kommen zusammen hier und ergeben eine sehr friedliche Szene.

In der Mitte des Fotos ist die Festung zu sehen, wie sie sich aus dem Stadtgebiet ausdehnt. Es ist eine schön gelegene Stadt mit vielen bewaldeten Hügeln in und rund um die Stadt. Das läßt die Horden vergessen.

 

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