Im Hotel arbeiten (1) – die Höhepunkte

Küstenwanderung – der erste Höhepunkt – Sonnenaufgang in der Bucht von Adrasan

So viele Jahre war ich rund um das große Thema Tourismus tätig – in der angewandten Forschung, als Projektmanagerin für Bildungs-, PR- und Regionalentwicklungsprojekte rund um das Themenfeld sozial- und umweltverträglicher Tourismus und schlussendlich als Eventmanagerin für eine große europäische Konferenz. Parallel dazu immer viel auf Reisen und überall die “Brille” der Touristikerin aufgesetzt – also immer einen professionellen Blick. Und doch die ganzen Jahre – habe ich Hotels immer nur als Gast gesehen und nie von innen, von der Seite derjenigen, die in einem Hotel arbeiten. Als ich letztes Frühjahr die Gelegenheit bekam, in einem kleinen Hotel an der lykischen Küste (Türkei) in der Gästebetreuung mitzuarbeiten, konnte ich gar nicht anders als zuzusagen.

Schlussendlich habe ich dann drei Monate im Hotel gearbeitet und dabei eine unglaubliche Anzahl an Erfahrungen gesammelt. Eine kleine Auswahl davon möchte ich in einer kleinen Artikelserie vorstellen. Und der Anfang – was könnte besser geeignet sein – sind meine persönlichen Highlights.

So viele nette Gäste

Das Allerbeste an der Arbeit war der direkte Kontakt zu Gästen, größtenteils angenehmen und gescheiten Gästen. Viel mehr Frauen als Männer, die mit einem gemeinsamen Wunsch gekommen sind: Einmal für ein paar Tage nur entspannen. Es war immer wieder eine Freude mitanzusehen, wie die Gäste  von Tag zu Tag mehr  loslassen,  das Yoga, das Meer, die Natur, aber auch den Kontakt zu Mitreisenden als Quelle der Entspannung und Inspiration entdecken. Viele weinten beim Abschied und erzählten, sie hätten sich noch nie so schnell und so gut entspannt.

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Küstenwanderung – später nur mehr sitzen und schauen…

 

Erste Gehversuche in der Burn-Out Prävention

Ich hatte auch die Gelegenheit, erste Schritte im Bereich Burn-Out Prävention zu setzen. Einmal pro Woche gab es eine Inforunde und bei Interesse noch eine weitere Einheit. Die Rückmeldungen waren super positiv und haben mich sehr bestärkt in dieser Richtung weiterzuarbeiten. Gleichzeitig sehe ich aber auch die Schwierigkeit, sich im Urlaub mit so einem sperrigen Thema wie Burn-Out Prävention zu beschäftigen. Viele Gäste haben mich fast entschuldigend angesprochen mit dem Hinweis, dass sie eigentlich dringend Input in diesem Bereich benötigen, sich aber nicht dazu aufraffen könnten, und in dieser einen mühsam abgerungenen Woche eigentlich nur entspannen und sich nicht mit Problemen beschäftigen wollen. Dafür hatte ich natürlich auch volles Verständnis.

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Schauen… auf Meer und mehr

 

Einmal pro Woche – Küstenwanderung (inklusive Sonnenaufgang)

Und dann durfte ich auch noch einen der wöchentlichen Ausflüge führen – und das war eine besondere Freude. Eine Morgenwanderung, zuerst zum Sonnenaufgang am Strand und dann der Küste entlang bis zu dem Punkt, wo man einen kleinen Leuchtturm sieht und ganz viel Meer. Im Laufe der Zeit habe ich diese  adaptiert und eine Fotowanderung daraus gemacht. Mit Inputs zur Bildgestaltung, ab. er auch gewürzt mit  Nachdenkereien über Fotografie. Das Glänzen in den Augen der TeilnehmerInnen nach diesen Wanderungen entlang eines wirklich traumhaften Küstenstreifens wird mich noch länger begleiten.

Ja – ich habe schon tolle Erfahrungen gemacht. Das Arbeiten im Hotel brachte für mich jedoch auch eine Reihe von neuen Erkenntnissen – doch dazu das nächste Mal mehr.

 

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