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Arykanda – eine lykische Stadt in den Bergen

“Die Bewohner von Arykanda müssen glückliche Menschen gewesen sein”, schießt es mir durch den Kopf, während ich in Arykanda hoch oben am Berg im alten Amphietheater stehe und die Aussicht bewundere. Ich stelle mir vor, wie die Theaterbesucher vor über 2000 Jahren nicht wussten, ob sie sich das Schauspiel oder die Aussicht anschauen wollen – bzw. in der Nacht den Sternenhimmel.

 

Auch sonst zeugen die verbliebenen Ruinen der lykischen Stadt nicht gerade von Armut. Bürgerhäuser, eine politische und eine Handelsagora, Thermen, Bäder, ein Stadion . Die Bewohner von Arykanda sollen aber auch verschwendungssüchtig gewesen sein, konnten die Stadtkasse aber wohl durch Handelseinnahmen dann doch wieder füllen.

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Viel ist nicht übrigeblieben und einiges lässt sich nur erahnen,  und doch – oder vielleicht auch deshalb – strahlt der Ort eine ganz eigene Magie aus. Die Ruinen sehr malerisch, umgeben und durchwachsen von Bäumen und Sträuchern,  auf einen sonnigen Westhang in luftiger Höhe kurz vor Elmali wo sich die Häuser den Hang entlang nach oben schmiegen. Die Aussichten atemberaubend – am besten jedoch vom Theater (siehe oben).

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Interessant auch welche Gebäude sich ganz oben am Hang befinden. Nicht nur das schon erwähnte Amphietheater, auch die Shoppingmeile, zwölf quadratische angelegte Geschäfte an einen schönem Platz mit – natürlich – auch einer herrlichen Aussicht. Warum aber die Geschäfte ganz oben sind erschließt sich mir nicht ganz, ist es doch mühsamer alle Waren bei der Anlieferung zuerst ganz rauf zu bringen. Andererseits ist gleich neben den Geschäften das Rathaus (die alten Griechen sagten dazu  Bouleiterion) – ist dann natürlich auch praktisch für die Geschäftsleute, wenn sie gleich nach Ladenschluss nur zweimal Umfallen müssen, um in den Gemeinderat zu kommen.

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Mehrere Stunden verbringen wir an einem Novembertag in der Anlage und wandeln durch die Zeit – nichts stört die Ruhe und ich fotografiere mit Freude und Leidenschaft vor mich hin…als ich plötzlich drei Soldaten in voller Montur und mit Gewehren auf den Sitzreihen des Theaters sehe. Kurz rutscht mir das Herz in die Hose und ich packe mal sicherheitshalber die Kamera zur Seite. Sie wollen aber wohl auch nur eine kurze Pause machen und die Aussicht genießen und sind auch nur wenige Minuten später wieder weg. Dann gibt es wieder Ruhe und diese einzigartige Athmosphäre – die mich noch lange nicht loslassen wird.

Tipps
  • Genug Zeit einplanen. Gerade hier wäre es schade, nur die zahlreichen Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Die Aussicht und die verwunschene Anlage bieten sich gerade zu an, einfach einmal der Nase zu folgen und auch einmal ein längeres Päuschen einzulegen.
  • Tageszeit: Gerade zur heißen Jahreszeit (also ca. Mitte Juni bis Mitte September) sollte die Mittagszeit umgangen werden. Viel zu heiß und auch die Fotos werden dann nicht zu schön. Am besten am späten Nachmittag kommen und sich am Abendlicht erfreuen.
  • Ausrüstung: ein bisschen festere Schuhe (z.B Trekkingsandalen) erhöhen den Spaßfaktor beim Herumklettern und Streunen erheblich. Wasser und etwas zum Knabbern ebenso.
  • Ich sage es nur ungern, aber Lykien ist generell am besten mit dem Auto zu erkunden. Laut meinen Informationen gibt es jedoch eine Dolmusverbindung von Finike und Kumluca (Dolmus nach Elmali). Von der Abzweigung nach Arykanda sind es dann nur mehr weniger hundert Meter zu den Ausgrabungen. Es gibt übrigens auch eine Pension bei dieser Abzweigung, die von außen sehr charmant ausschaut.
  • Und last but not least: Der kleine Wasserfall fast direkt an der Straße, nur wenige Meter nach der Abzweigung zu Arykanda. Hier gibt es nicht nur Unmengen an gut schmeckenden Quellwasser (Flaschen mitnehmen!), sondern auch eine kleine Lokanta mit leckeren Essen, frisch gegrillter Mais zum mitnehmen, und ein kleiner Bazar mit den wohlschmeckenden Elmaliäfpfeln  – Nicht versäumen.

Und hier noch eine kleine Diaschau mit einigen weiteren Bildern. Enjoy!