Archives for September 2011

Indienbücher


Keine sechs Wochen sind es mehr bis zu meiner Abreise nach Indien. Ausrüstungslisten werden erstellt, Routen geplant und wieder verworfen, und viele Leute geben mir spannende Hinweise. Und ich wälze auch einiges an Büchern. Die drei hilfreichsten und besten möchte ich heute kurz vorstellen

“Rough Guide – India” 1200 ganz dünne Seiten, die mich in den kommenden Monaten begleiten werden.Ich reise ja eigentlich gerne mit den Stefan Loose Reiseführern. Dies ist bei dem Indien Führer nicht wirklich notwendig, da der Stefan Loose nur eine Übersetzung des “Rough Guide” darstellt. Da habe ich lieber das Original genommen – und auch weil dies im Winter 2011 erschienen ist und somit wohl die aktuellste Ausgabe darstellt. In allen reviews, die ich gelesen habe, wird hervorgehoben, dass im “Rough Guide” mehr Hintergrundinformationen zu finden sind als in der Indien Ausgabe vom Lonely Planet. Das und die Tatsache, dass man eigentlich immer Reisende trifft, von denen man sich den Lonely Planet ausborgen kann, haben mich dann bei meiner Entscheidung bestärkt.

 

 

“Gebrauchsanweisung für Indien” Gebrauchsanweisung ist es wohl keine, dafür ein ausgezeichnet geschriebener Text der die spirituelle Geschichte Indiens genauso aufgreift, wie die Bedeutung von Cricket, aktuelle politische Konflikte oder die Filmindustrie. Manchmal vielleicht ein bisschen prätentiös und intellektuell, doch immer spannend geschrieben und voller Assoziationen von einem Thema zum nächsten. Den Rahmen bilden dabei relevante und mehrdeutige Begriffe wie Gura, Mantra oder Monsun, Googly (aus dem Cricket) und Masala. Diese Übertitel stellen den Rahmen für eine Vielzahl an persönlichen Erlebnissen des Autors, gemischt mit einer Vielzahl an Informationen zum “alten” und “neuen” Indien.

 

 

 

 

“Hinduismus für Dummies” Eine ganz angenehm geschriebene tolle Einführung. Da ich auch vorhabe, einiges an Bauwerken und Tempeln zu besichtigen, möchte ich auch ein Grundahnung haben, was da alles abgebildet ist. Das Buch ist äußerst kompetent und in einem sehr guten, fockigen Stil geschrieben. Die Ursprünge des Hinduismus, eine Übersicht über wichtige Schriften und Götter, viele Hinweise auf bedeutende Epen und Geschichten, aber auch die Auswirkung auf die heutige Gesellschaft. Ein Allroundbuch, mit einem guten Index auch super zum Nachschlagen.

 

 

 

 

 

 

Über den Wolken – Nachdenkerei über Reisen

Niemals habe ich soviel gedacht, niemals so richtig gelebt, nie bin ich so ich selbst gewesen wie auf Reisen. Wenn ich am gleichen Fleck bleibe, kann ich nicht denken. Es ist notwendig, dass mein Körper sich bewegt, um meinen Geist zu bewegen. Der Blick auf die Landschaft, der Reigen lieblicher Aussichten, die freie Luft, die Abschüttelung all dessen, was mich in Abhängigkeit hält, weitet meine Seele und macht mich kühn im Denken.
(Jean Jacques Rousseau)

Ich sitze im Flugzeug, schaue auf verschneite Hügel, erfreue mich des Anblicks und frage mich wieder mal, was diesen Reiz des unterwegs sein ausmacht. Und noch während ich mein Notizbuch auspacke, wird mir klar, dass dieser Blick von oben aus dem Flugzeug für mich ein eine Metapher darstellt. Ich “erhebe” mich über die Dinge und kann sie dadurch reflektieren, bin aber dadurch gleichzeitig nicht mehr Teil dessen. Oder wie meine Freundin D. so schön sagt, beim Reisen ist man Zaungast. Besonders stark ist dieses Gefühl bei langen Zugfahrten oder noch besser Busfahrten, wo lesen nur kurzfristig eine Option ist.

Frühstückstisch eines Guesthouse in Krabi (Thailand)

Werden die Fortbewegungsmittel langsamer, führt mich die Reflektion immer stärker auf mich selbst zurück, bewege ich alles was mich beschäftigt in meinen Kopf hin und her, analysiere mich und meine Umgebung von vorne und hinten, bis sich alles von selbst auflöst und ich nur mehr gehe oder radfahre – und sonst nichts – welch ein Genuss. Und das ist wohl auch der Grund, warum Pilgern in allen Weltreligionen so einen hohen Stellenwert hat.

Over the clouds – Thoughts on traveling

“I have never thought so much, existed so much, lived so much, been so much myself, if I may venture to use the phrase, as in the journeys which I have made alone and on foot. […] I can scarcely think when I remain still; my body must be in motion to make my mind active…[t]he absence of all that makes me conscious of my dependent position, of all that reminds me of my condition—all this sets my soul free, gives me greater boldness of thought, throws me, so to speak, into the immensity of things, so that I can combine, select and appropriate them at pleasure, without fear or restraint.”

(Jean Jacques Rousseau)

I’m sitting in an airplane, looking  at snowy hills and enjoying the view. Again I am wondering, what makes this charm of traveling. And at he moment  I unpack my notebook, I realize that this view from above the plane is  a metaphor fo rme. I “lift” myself up above things and may reflect them, but I am by no longer part of them. Or as my friend D. says so beautifully, when traveling is one is alway a bit on the side. This feeling is  particularly strong during  long train or bus rides,  when reading is only a short-term option.

 

 

Breakfast table in a guesthouse in Krabi (Thailand)

As the means of transport get  slower, the reflection leads me increasingly back to myself –  I move everything, which is in my mind, around  in my head back and forth, analyze myself and my surroundings from the front and back, until everything dissolves by itself until  I only walk or cycle – and nothing else – what a treat. And that’s probably the reason why pilgrims have in all world religions as a high priority.

 

 

Some thoughts on photography, or: Making photos of Angkor Wat

In the theoretical debate tourism is often descrbed as production and consumption of images.  Touristical publicity films and folders are produced to create desires and the travelers themselves make photos not only to show to everyone where they have been, but also to preserve for themselves the places of their longings.  Both the promotion material as well as the own photographies have the purpose to arouse emotions – by evoking longings and memories.

But here is also another aspect of photography: the concentrated attention on the environment, even the almost complete immersion, which converts a simple sightseeing into  an almost meditative experience. At least that is what happened to me in Angkor Wat (the largest and accordingly one of the most photographed temple complex in the world). For days we  stumbled around, sometimes surrounded by throngs of other tourists (and thus photographers), sometimes almost alone. Early in the morning, glaring at midday and just before the sunset – always on the lookout for beautiful impressions and fine paintings. The visit is therefore attractive as a search of photo opportunities. The criticism of it is, of course, thatyou do  not immerse properly,  build a barrier, which materializes in the camera. On the other hand, there is always a barrier and  while traveling you are  always an onlooker, as my  my travel companion noted so well. For me at least,  the three days in the temples of Angkor Wat (where I’ve photographed as much as the remaining 4.5 weeks of vacation together)were a lasting experience. And here are the results:

The social scientists like to call this the appropriation of the attraction. Through photography, I make the attraction my own. This has something, altough the advantage is, that Which has also, with the advantage of this is that it is still common property
If you want to read and see more:
  •  The tourist gaze,, a nice essay by Paul Kubalek, which summarizes the most important aspects around the topic of tourism and photography.
  • John McDermott,, who does with two chic and beautiful galleries in Siem Rap Pictures (B&W)  certainly a good business.
  • Doris Böttcher, whose subtle, hidden gallery we have encountered by chance in Phnom Penh – B&W also wonderful photos – in 6×6

 

Nachdenkereien über Fotografie oder: Angkor Wat fotografieren

Mönch in Angkor Wat

Tourismus wird in der theoretischen Debatte gerne als Produktion und Konsum von Bildern bezeichnet. Touristische Werbefilme und -folder werden produziert, um Sehnsüchte zu erzeugen und die Reisenden selbst fotografieren, nicht nur um anderen zu zeigen, wo sie überall gewesen sind, sondern um sich selbst Sehnsuchtsorte zu bewahren. Sowohl das touristische Werbematerial als auch das eigene Fotografieren haben also den Zweck Gefühle zu erwecken – Sehnsüchte und Erinnerungen hervorzurufen.

Da gibt es aber auch noch einen anderen Aspekt des Fotografierens: die konzentrierte Aufmerksamkeit auf die Umgebung, ja das nahezu vollständige Eintauchen, welches aus einem einfachen Sightseeing ein nahezu meditatives Erlebnis macht. So jedenfalls ist es mir in Angkor Wat (der größten und dementsprechend massenhaft fotografiertesten Tempelanlage der Welt) ergangen. Tagelang sind wir herumgestiefelt, manchmal inmitten von Scharen anderer Touristen (und somit Fotografen), manchmal auch fast alleine. Am frühen Morgen, bei greller Mittagshitze und kurz vor Sommeruntergang – immer auf der Suche nach schönen Eindrücken und feinen Bildern. Die Besichtigung wird somit auch nach einer Suche von attraktiven Fotomotiven. Die Kritik daran, ist natürlich, dass man nicht richtig eintaucht, und sich eine Barriere aufbaut, die sich in der Kamera materialisiert. Andererseits gibt es immer eine Barriere und beim Reisen ist man immer nur Zaungast, wie meine Reisebegleiterin so trefflich anzumerken pflegte. Für mich jedenfalls waren die drei Tage in den Tempeln von Angkor Wat (wo ich übrigens so viel fotografiert habe, wie die restlichen 4,5 Urlaubswochen zusammen) ein bleibendes Erlebnis. Und hier gibt es das Ergebnis:

In der sozialwissenschaftlichen Tourismusdiskussion wird dann gerne von der Aneignung der jeweiligen Attraktion gesprochen. Durch das Fotografieren, mache ich also die jeweilige Sehenswürdigkeit zu meiner eigenen. Hat auch was, wobei der Vorteil daran ist, dass sie weiter Gemeingut bleibt…..

Zum Weiterlesen und -schauen:

  • The tourist gaze, ein hübscher Essay von Paul Kubalek, der die wichtigsten Aspekte rund um das Thema Tourismus und Fotografie zusammenfasst.
  • John McDermott, der mit zwei schicken Galerien in Siem Rap und schönen SW Fotos sicher gute Geschäfte macht.
  • Doris Böttcher, über deren feine, versteckte Galerie wir zufällig in Phnom Penh gestoßen sind – auch wunderbare SW Fotos – in 6×6

Salzburg Views from the Couch (1)

Via couchsurfing I receive visitors in Salzburg on a quite regular base.  We often discuss the main attractions of Salzburg or the main reasons to come. Most guests are either searching Mozart’s footprints or the search traces of “Sound of Music”. But still, I wanted to know, the main impressions of Salzburg. And therefore I started a new project. All my couchsurfing guests are asked to send my a few photos of Salzburg, and describe them in a short paragraph.

We start with Jason from Australia, who has been living in London for the last year, and has now started a five month Europe trip, before returning to Australia.  Here are his photos and the descriptions:

There are some windows in one of the chambers of the palace in Salzburg which are glazed with a polarising, pinkish plastic. I do not know why this is, but the city has a strange, dusky glow when photographed through these windows. It is not real, but interesting none

Fuschlsee and the surrounding countryside were so beautiful, but I could not seem to capture this on camera. This photo is the closest I could come; the mountains, woods, countryside and lake come together here and make a very peaceful scene.

If you look in the middle of the photo, you can see the palace and stretching out below the city area south of this hill. It is a beautifully located city with many wooded hills in and around the city which help you forget the crowds.